"Behinderung"...

... ist ein Ausdruck, der alle davon Betroffenen oft stört und ihnen in ihrem tiefsten Empfinden weh tut.

Ich bin zwanzig Jahre alt und lebe seit mehreren Jahren mit der Friedreich'schen Ataxie. Auch habe ich Diabetes, eine seltene Komplikation der Friedreich'schen Ataxie.

Für mich waren die Blicke derer am härtesten, die mich als Behinderten ansahen, obwohl ich mich selbst nicht so betrachtete.

Heute bin ich mir dessen eher im Klaren, aber ich mag den Begriff "Behinderter" nicht; dann schon eher "Person mit reduzierter Bewegungsfreiheit". Bestimmt ist dieser Ausdruck länger, aber für mich klingt er weniger abschätzig.
Zum Glück habe ich eine Familie, und einen Freund aus dem Internat, die mir sowohl auf seelischer wie auch auf körperlicher Ebene helfen.

Mein größter Kummer ist es, mit meinen Gefühlen allein zu sein. Mein Freund sagt mir, ich müsse noch fünf bis sechs Jahre warte, bis ich mit Frauen zu tun zu haben werde, und nicht mit Mädchen. Mädchen betrachten, ihrem Alter gemäss, nur das Äußere, und nicht die inneren Werte

Es fällt mir schwer, das zu glauben... aber wenn ich verschiedene Berichte lese, stelle ich doch fest, dass es möglich ist, und dass ich vielleicht Chancen habe, nicht allein zu bleiben.
Allerdings kann es sein, dass ich zu empfindlich bin. Wenn man mir gegenüber verletzende Worte gebraucht, explodiere ich. Immer möchte ich mich verteidigen.
Wenn man mich angreift, wehre ich mich - und gehe oft zur Gegenattacke über!

Die anderen möchten eher, dass ich darüber lache...

Laurent Moriceau

zurück