Ich bin 46 Jahre alt und leide seit über 30 Jahren an Friedreich Ataxie.

Anfangs habe ich es gar nicht wirklich wahrgenommen, denn wenn man jung ist, wird man von der Unbekümmertheit geleitet.

Schleichend kam die Veränderung, ich verlor öfter das Gleichgewicht und mein Gangbild wurde schwankend.

Dank dem Erwerb eines Fahrrades mit drei Räder, war es mir möglich mich fortzubewegen um meine täglichen Besorgungen zu machen und Ausflüge aufs Land zu unternehmen.

Eines Tages aber war es mir nicht mehr möglich auf mein Fahrrad aufzusteigen. Infolgedessen konnte ich nicht mehr aus dem Haus und fühlte mich eingesperrt. Es blieb mir nichts übrig, als geduldig das Wochenende abzuwarten, bis mich ein Freund hinaus in die Natur begleitete. In der Natur fand ich wieder ein Stück Freiheit.

Seit zehn Jahren bin ich nun schon mit einem Elektroscooter unterwegs. Aus diesem Grund kann ich wieder längere Ausflüge alleine unternehmen. Ist das eine Erleichterung!

Ich gehe noch immer bei jedem Wetter aus dem Haus, Ob die Sonne scheint, ob's regnet oder schneit. Ich geniesse die grandiose Schönheit der Landschaft. Eine echte Augenweide! Dann spüre ich ein Gefühl von Freiheit und Einheit mit der Schöpfung. Manchmal im Sommer gehe ich nach Vevey, über Chexbres, Ogoz und Corseaux. Von dort aus fahre ich zum Hafen hinunter und kehre mit einem Schiff nach Hause nach Cully zurück.

Das ist einfach genial!

Madeleine