Wegbeschreibung einer jungen Frau, zwischen der FA und einem Exilleben in unserem Land hin- und hergeschoben!
Mazeze Elezi

Ich heiße Mazeze, bin 21-jährig und bin in Kosovo geboren.
Vor drei Jahren kam ich in die Schweiz, da in meinem Heimatland die Fachkenntnisse über meine Krankheit sehr beschränkt sind, und ich nicht behandelt werden konnte. Außerdem verschlechterte die politische Lage die mit der Krankheit zusammenhängende Probleme noch.

Wie gesagt, ich wohne seit drei Jahren in der Schweiz. Ich wohne mit meinen Eltern, vier Schwestern und einem Bruder hier; eine meiner Schwestern leidet auch unter der Freidreich'schen Ataxie: sie ist 18 und heißt Nadir.

Als ich hierhin kam, dachte ich nicht, dass ich lange bleiben würde; aber momentan werde ich doch in der Schweiz bleiben. Was ich später machen werde? Ich weiß es noch nicht. Dass mir mein Land fehlt, stimmt schon.

Die ersten Anzeichen der Krankheit machten sich bemerkbar, als ich elf war, und nie hätte ich geglaubt, dass ich einen Rollstuhl brauchen würde.
Ich habe mich getäuscht, so wie auch meine Ärzte, die behaupteten, ich würde nur unter Vitaminmangel leiden und nicht unter einer ernsthaften Krankheit.
Dennoch entwickelte sich die Krankheit bei mir zusehends, genauso wie es bei meiner Schwester geschah, nachdem die ersten Symptome auftraten.

Die genaue Diagnose erfolgte in der Schweiz!
Erst hier erfuhr ich, dass ich an der Freidreich'schen Ataxie litt.
Ich erinnere mich genau an diesen Tag und an die erste Frage, die ich mir stellte: „Warum ich?“. Heute habe ich gelernt, mit der Krankheit zu leben, und es ist für mich einfacher. Ich rate allen anderen, die Krankheit zu akzeptieren; erst nachdem man sie akzeptiert hat und man von sich selbst überzeugt ist, kann man glücklich sein.
Ich weiß, das ist nicht so einfach, wenn man jung ist, ich selbst musste ja auch da durch . Ich persönlich habe die Krankheit akzeptiert, trotz allen Schwierigkeiten, die mir jeden Tag begegnen.
Wie alle, habe auch ich einen Traum, und ich hoffe sehr, dass er sich eines Tages realisieren lässt. Ich bin sicher, ihr wisst alle, worin mein Traum besteht... Alles was ich sagen kann ist, dass er mit dem Buchstaben H beginnt...

Mazeze

PS: Ich ziehe es vor, an den Rollstuhl gebunden zu sein, als mich in der Haut von Herrn Slobodan Milosevic zu wissen! (Für jene, die diesen Herrn nicht kennen: er ist Serbiens Präsident.)


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