Dr.med. Massimo Pandolfo - der Entdecker des FA-Gens
Dr. Pandolfo graduierte 1980 an der medizinischen Fakultät der
Universität Mailand, Italien. Anschliesseend erwarb er seinen zweiten
Doktorgrad in Molekulargenetik an der University of California, Irvine.
Von 1988 bis 1993 arbeitete er in der Abteilung für Biochemie und
Genetik des Nervensystems am Nationalen Institut für Neurologie in
Mailand, Italien. Von 1994 bis 1996 war er Assistant Professsor für
Neurologie am Baylor College of Medicine in Houston, Texas.
Seit 1996 ist er als Adjunkt Professor am Department of Neurology und
Neurosurgery der McGill University in Montreal, Kanada tätig. Gleichzeitig
ist er Research Associate Professor am Department of Medicine. In Zusammenarbeit
mit anderen Forschern entdeckte Dr,. Pandolfo 1996 das Friedreich-Ataxie-Gen.
Dr.Pandolfo ist Mitglied des Medical and Research Advisory Board der National
Ataxia Foundation .
Ich möchte einige Fortschritte zusammenfassen, die in der letzten
Zeit zu unserem Verständnis der Friedreich Ataxie (FA) beigetragen
haben. Gleichzeitig will ich versuchen, zu erörtern, wie sich die
Erkenntnisse im Hinblick auf diese Krankheit und die möglichkeiten
zur Behandlung der FA künftig entwickeln werden.
Wie FA entsteht
Zunächst möchte ich Ihnen einen kurzen Ueberblick der bekannten
molekulargenetischen Aspekte und Krankheitsmechanismen geben, die an dieser
Krankheit beteiligt sind und den Hintergrund aller Ueberlegungen für
einen sinnvollen therapeutischen Ansatz bilden. Zunächst unterscheidet
sich FA von den übrigen Formen der Ataxie durch ihre Vererbungsweise.
Viele der erblichen Ataxien sind autosomal-dominant erblich und werden
von einer Generation zur anderen weitergegeben. Wenn also ein Kind diese
Störung hat, dann leidet auch ein Elternteil daran. Bei FA hat ein
Kind, das die Veränderung aufweist, normale Eltern. Der Grund dafür
ist darin zu suchen, dass das Kind zwei Kopien des FA-Gens besitzt, und
für eine rezessive Erkrankung beide Kopien des betreffenden Gens
erforderlich sind.
Es muss von jedem Elternteil eine vererbt werden. Die Eltern müssen
die spezifischen Veränderungen aufweisen, die diese Erkrankung bewirken.
Bei den meisten Krankheiten, die so wie FA rezessiv sind, wird die Krankheit
durch einen Mangel verursacht, durch ein Gen, das nicht normal funktioniert
oder nicht genügend von einem bestimmten Protein produziert. Gene
enthalten den Code für Proteine.
Was wir bei FA beobachten, ist eine Folge der Mutation des betroffenen
Gens, welches ein Frataxin genanntes Protein kodiert. Die häufigste
Veränderung bewirkt keine Modifizierung der Code-Sequenz des Proteins,
verhindert aber, dass es in normalen Mengen synthetisiert wird.
Die Expansion der Trinukleotidrepeat-Sequenz ist im ersten Intron des
Gens lokalisiert.
Die meisten Gene des menschlichen Genoms sind über einen bestimmten
DNA-Abschnitt verteilt und jeder Teil des Gens bildet die Schablone für
die Proteinsynthese (Exon).
Dazwischen liegen lange DNA-Abschnitte, die kein Protein kodieren (Intron).
Das GAA-Repeat im ersten Intron wird normalerweise ungefähr 40 Mal
repetiert. Bei Personen mit FA ist jedoch eine hundertfache und manchmal
sogar eine mehr als tausendfache Repetition festzustellen.
Dieses enorme im Gen lokalisierte DNA-Repeat beeinträchtigt zwar
nicht die Proteinsynthese, hat aber zur Folge, dass das Gen weniger Protein
erzeugt als im normalen Zustand.
Es handelt sich um eine rezessive Krankheit, weil die Störung nur
auftritt, wenn beide Kopien des FA-Gens vorhanden sind. Wenn nur eine
Genkopie dieses Repeat aufweist, kann die normale Kopie genügend
Frataxin produzieren. Wenn beide Kopien mit dem Problem behaftet sind,
erzeugt jede Kopie eine kleine Menge Frataxin. Die Gesamtmenge ist aber
dann weit geringer als im Normalfall.
Der Grund dafür, dass das Gen mit dieser Expansion nur eine kleine
Menge DNA herstellt, istdarin zu suchen, dass die Sequenz eine sehr ungewöhnliche
DNA-Struktur angenommen hat, die als DNA-Triplex bezeichnet wird. Normales
DNA hat die Form einer Doppelhelix und nicht dieses komplexe, gefaltete
Triplex-Struktur aus drei DNA-Strängen. Dadurch wird die Ausdrucksfähigkeit
des Gens beeinträchtigt, da das DNA bei einer derartigen Struktur
nicht einwandfrei im RNA kopiert werden kann. Dies ist vermutlich der
Grund für die ungenügende Menge Frataxin. Dies eröffnet
eine Behandlungsmöglichkeit, da ja bei der grossen Mehrheit der Patienten
die Frataxinsequenz völlig normal ist. Daher wären Behandlungsmethoden
vorstellbar, die auf die Destabilisierung einer derartigen DNA-Struktur
abzielen, um die RNA-
Synthese zu normalisieren. Untersuchungen dieses Therapieansatzes sind
eben erst im Labor angelaufen. Ob sie Erfolg haben werden, lässt
sich noch nicht sagen.
Welche Funktion hat Frataxin?
Bei FA wird die Krankheit hervorgerufen, weil so wenig Frataxin gebildet
wird. Es ist daher äusserst wichtig, dass wir die Funktion dieses
Proteins so genau wie möglich verstehen, um herauszufinden, wie wir
in diesen Krankheitsprozess eingreifen können.
Für das Verständnis der Funktion, galt es zunächst herauszufinden,
wo in der Zelle das Frataxin lokalisiert ist. Alle Experimente zeigen,
dass es in spezifischen Strukturen, den sogenannten Mitochondrien, die
in jeder Körperzelle vorhanden sind, lokalisiert ist.
Die Mitochondrien stellen im Wesentlichen die Kraftwerke der Zelle dar.
In diesem Teil der Zellewerden die aufgenommenen Nahrungsmoleküle
- Lipide, Kohlenhydrate und sonstige - mit Hilfe von Sauerstoff "verbrannt".
Die so erzeugte Energie nutzt die Zelle für ihre Funktionen.
Frataxin ist in allen Lebewesen vorhanden. Bei allen Arten, die Frataxin
und Mitochondrien besitzen, befindet sich das Frataxin in den Mitochondrien.
Bäckerhefe ist ein einfaches System, mit dessen Hilfe die Funktion
eines Gens verständlich gemacht werden kann, weil das Gen in der
Hefe sich leicht zerstören lässt und die Auswirkung verfolgt
werden kann.
In Dr.Kaplans Labor in Salt Lake City wurden dabei die zwei folgenden
Feststellungen gemacht.
Erstens zeigte es sich, dass die Mitochondrien der Hefezellen nach ein
paar Tagen nicht mehr funktionsfähig sind. Sie sind nicht mehr
in der Lage, ihre Aufgabe zu erfüllen, nämlich mit Hilfe von
Sauerstoff Energie zu produzieren, und werden stillgelegt. Die Hefezelle
kann unter diesen Bedingungen überleben. Eine menschliche Zelle
kann nicht überleben.
Zweitens wurde festgestellt, dass die Mitochondrien der Hefezellen bei
Deletion des Frataxin-Gens Eisen anreichern und der Eisenmetabolismus
in den Zellen verschiedene abnormale Erscheinungen aufweist. Gewöhnlich
beziehen Hefezellen Eisen aus ihrer Umgebung über ein in den Membranen
eingebautes System, das Eisen von aussen in das Zellinnere transportiert.
Anschliessend wird Eisen in die Mitochondrien weitergeleitet. In der
Zelle wird Eisen hauptsächlich in den Mitochondrien verwertet.
In den Mitochondrien werden die zwei eisenhaltigen Verbindungsgruppen
synthetisiert. Die Mitochondrien produzieren also nicht nur Energie,
sie erzeugen auch andere Produkte.
Als erstes ist Häm zu nennen. Häm ist eine Verbindung, die
im Hämoglobinmolekül, das den Körper mit Sauerstoff versorgt,
enthalten ist. Häm ist in einer Reihe von Proteinen in jeder Körperzelle
vorhanden, nicht nur in den roten Blutkörperchen.
Für die Herstellung von Häm in den Mitochondrien wird Eisen
benötigt.
Eineweitere eisenhaltige Proteingruppe sind die Eisenschwefelproteine,
die ebenfalls eine
wichtige Rolle für verschiedene Zellfunktionen spielen.
Eisen wird in die Mitochondrien aufgenommen und dort für diese
Zwecke verwendet. Das nicht verwertete Eisen wird vermutlich durch ein
Transportsystem aus den Mitochondrien extrudiert. Wie sich gezeigt hat,
wird bei Frataxinmangel das in die Mitochondrien
eingebrachte Eisen teilweise für die normalen Zwecke verwendet,
allerdings weniger effizient als im Normalfall.
Der Rest kann nicht extrudiert werden, sondern bleibt in den Mitochondrien
blockiert. Während in den Mitochondrien immer mehr Eisen angereichert
wird, registriert die übrige Zelle einen Eisenmangel, da sich der
Mechanismus, der den Eisengehalt der Zelle regelt, ausserhalb der Mitochondrien
befindet. Eisen ,das in die Mitochondrien gelangt, wird dort angereichert,
während ausserhalb der Mitochondrien nur wenig Eisen vorhanden
ist. Die Zelle registriert diese Situation als Eisenmangel, absorbiert
weiter Eisen aus der Umgebung und setzt so einen Teufelskreis in Gang.
Dieser Zyklus hat schädliche Folgen für die Zelle, da die
Mitochondrien sehr empfindlich sind.
Eisen gelangt in die Mitochondrien und wird dort verwertet, es muss
jedoch auch gegen Sauerstoff und Freie Radikale geschützt werden.
Sauerstoff kann mit einigen Bestandteilen der Mitochondrien reagieren
und in einen reaktiven Sauerstoffkomplex umgewandelt werden. Dieser
kann mit Eisen reagieren, falls Eisen in übermässigen Mengen
vorhanden ist und nicht gegen die Einwirkung geschützt wird. In
der Folge kommt es zur Produktion grösserer Mengen toxischer Freier
Radikale, darunter Hydroxylradikal, das in den Mitochondrien alles zerstören
kann.
Die Rolle von Eisen
Eisen spielt in unserem Körper eine Doppelrolle. Einerseits ist es
lebensnotwendig, aber unter gewissen Verhältnissen wirken übermässig
hohe Eisenmengen in bestimmten Teilen der Zelle wie Gifte. Der Eisenhaushalt
muss für den Organismus als Ganzes und für jede Zelle geregelt
werden. Wenn wir die Friedreich-Ataxie betrachten, ist es offensichtlich,
dass mit dem Eisen in den Mitochondrien etwas nicht stimmt. Das Herz von
FA-Patienten enthält zuviel Eisen.
Diese Ablagerungen sind bei anderen Herzerkrankungen nicht nachweisbar.
Es handelt sich um ein spezifisches Merkmal der FA. Hier können wir
unsere aus der Hefe gewonnenen Erkenntnisse auf den Menschen übertragen.
Beim Menschen sehen wir, dass der Eisenmetabolismus nicht richtig funktioniert.
Damit will ich keineswegs sagen, dass sich die Krankheit einfach als ein
Eisenüberschuss erklären lässt, und die Eliminierung desselben
die Heilung bedeutet. Das ist nicht der Fall. Wir haben es mit einer komplexen,
heiklen Situation zutun.
Wenn wir das Herz betrachten, finden wir einen Eisenüberschuss. Im
Gehirn und Nervensystem ist dagegen kein offensichtlicher Eisenüberschuss
feststellbar.
Vielleicht sind die sensorischen Neuronen etwas geschädigt, der bei
dieser Krankheit primär geschädigte Zelltyp.
Dies könnte auf Oxidationsschäden deuten, aber es lässt
sich keine übermässige Eisenanreicherung nachweisen.
In manchen Teilen des Zentralnervensystems, die von der Krankheit stark
in Mitleidenschaft gezogen sind - wie der Teil des Kleinhirns, der als
Nucleus dentatus bezeichnet wird und normalerweise Eisen enthält
-, zeigt sich bei FA-Patienten sogar, dass sie infolge des Zellenverlustes
weniger Eisen aufweisen als das normale Kleinhirn. Um wieder auf die Vorgänge
im Hefemodell zurückzukommen, befindet sich dort vermutlich zuviel
Eisen im Inneren der Mitochondrien, während ausserhalb derselben
in der übrigen Zelle Eisenmangel herrscht. Insgesamt zeigen die meisten
Gewebe keinen Eisenüberschuss, manche können sogar weniger Eisen
als normal aufweisen.
Das Problem ist, dass sich das Eisen an der falschen Stelle befindet.
Und damit will ich Sie warnen. Eine eisenarme Diät nützt bei
FA-Patienten nichts.
Wir müssen bestimmten Bereichen Eisen entziehen können, und
nicht im ganzen Körper einen Eisenmangel hervorrufen. Dies hätte
nur negative Auswirkungen und würde am Hauptproblem wenig ändern.
Es wurde die Vermutung geäussert, dass Frataxin Eisen bindet und
seine Rolle in den Mitochondrien darin bestehen könnte, dass es das
nicht unmittelbar verwertete oder synthetisierte Eisen im Inneren der
Mitochondrien gegen die Einwirkung von Sauerstoffradikalen schützt,
damit das Eisen besser verwertet werden kann und das nicht unmittelbar
verwertete Eisen aus den Mitochondrien ausgeschieden wird.
Die grossen Auswirkungen des Eisenüberschusses und der oxidativen Schädigung
sind nicht die einzigen Folgen. Freie Radikale haben auch verschiedene Aufgaben
in der Zelle. Es werden kleine Mengen Freier Radikale produziert und in
verschiedenen Bahnen eingesetzt, welche die Zellfunktion und ein Signalnetz
im Zellinneren regeln. Der bei FA auftretende Ueberschuss an Freien Radikalen
verändert unter anderem die Signalbahnen und wirkt somit indirekt toxisch.
Es wurde eindeutig nachgewiesen, dass eine frataxinarme Zelle mehr als doppelt
soviel Freie Radikale erzeugt wie Zellen mit einem normalen Frataxinspiegel.
Wir sind dabei, ein Tiermodell zu entwickeln, bei dem eine Repeat-Expansion
wie sie bei der Humanerkrankung auftrittt in Mausgene eingefügt wird.
Wenn uns dies gelingt, wird dadurch ein umfassender teilweiser Frataxinmangel,
ähnlich dem bei Patienten beobachteten, hervorgerufen. Dies eröffnet
grosse Möglichkeiten. Zwar sind die Vorgänge nicht ganz dieselben
wie bei der Humankrankheit, aber wir können so verschiedene Mechanismen
der Krankheit untersuchen.
Was eine sinnvolle Therapie werden könnte
Wir wissen, dass Eisen und Freie Radikale ein Problem darstellen und
wir haben eine Idee,wie wir die Krankheit behandeln können. Jedoch
wird es mehrere Jahre dauern, bis es soweit ist. Wir können Antioxidanzien
einsetzen, und machen gegenwärtig Versuche mit Idebenon.
Idebeneon sieht wie das Coenzym Q10 aus und ist eine normale Mitochondrienkomponente,
die an der Atmungsfunktion beteiligt ist und daneben antioxidative Eigenschaften
aufweist. Eine Forschungsgruppe in Frankreich hat bei FA-Patienten, die
mit Idebenon behandelt wurden, eine deutliche Reduktion der Herzatrophie
nachgewiesen. Dies ist sehr ermutigend. Mehrere Forschungsgruppen haben
Prüfungen geplant. Und sie haben gehört, in welchen Stadien
sie in den USA sind.
In Kanada haben wir das Medikament rund ein Jahr lang an 11 Kindern und
13 Erwachsenen getestet. Bei den Erwachsenen ist die Datenauswertung noch
nicht beendet, aber ich glaube nicht, dass sie eine wesentliche Besserung
zeigen wird. Bei den Kindern betrug die Idebeneondosis etwa 5 mg pro Kilo
pro Tag. Es handelte sich um eine einfache Pilotstudie mit fester Dosierung
und offenem Label, ohne Placebo. Wir wollten uns nur ein Bild machen,
wie das Medikament vertragen wird und ob sich nach einem Jahr eine wesentliche
Wirkung feststellen lässt. Die Patienten wurden ein Jahr lang untersucht,
sowohl im Hinblick auf die Krankheitsaktivität wie auf eine eventuelle
Toxität des Medikamentes. In dieser Dosierung wurde nach einem Jahr
bei keinem der Patienten eine toxische Wirkung festgestellt. Alle drei
Monate wurde ein EKG gemacht. Die klinische Standarduntersuchung umfasste
eine neurologische, physiotherapeutische und beschäftigungstherapeutische
Evaluierung mittels Ataxie- und Invaliditätsskalen. Wir konnten bei
den Patienten nicht viele Veränderungen feststellen. Nach einem Jahr
hatte sich der Zustand von drei Kindern eindeutig verschlechtert,während
er bei acht Kindern mehr oder weniger unverändert war. Ist das sinnvoll?
Ich weiss es nicht.
Mit dieser Studie wollten wir keine geringfügigen Wirkungen, wie
eine Stabilisierung in ganz wenigen Fällen, feststellen, sondern
nur grössere Wirkungen. Falls eine neurologische
Wirkung vorhanden war, dann war sie zu gering, um durch diese Untersuchung
erfasst zu
werden. Es ist somit notwendig, grösser angelegte und vermehrt kontrollierte
Untersuchungen vorzunehmen, die so konzipiert sind, dass jede Wirkung
des Medikamentes erfasst wird. Wir konnten allerdings bei Kindern mit
einem abnormal grossen Herzen eine Tendenz zu einer Verminderung der Herzgrösse
nachweisen, jedenfalls bei fünf von sechs Kindern. Nur eines verschlechterte
sich im Laufe des Jahres ein wenig. Dieser Unterschied ist statistisch
signifikant. Unsere Ergebnisse bestätigen, dass Idebenon bei FA-Patienten
eine Verminderung der Herzatrophie bewirkt. Sofern diese Wirkung weiter
untermauert wird, könnte dies eine Indikation für dieses Medikament
darstellen.
Bei der Messung einer Blutsubstanz, die durch Oxidationsschäden an
Lipiden des sehr lipidreichen Zentralnervensystems gebildet wird, stellen
wir auch fest, dass der Spiegel bei FA-Patienten im Vergleich zu den Kontrollpersonen
signifikant höher war. Leider zeigte sich nach einem Behandlungsjahr
keine Veränderung. Das ist keine Ueberraschung, weil diese spezielle
Aktivität, also der Schutz von Lipiden vor der Oxidation, nicht als
eine Wirkung von Idebenon betrachtet wird. Wenn dies mit Nervenschädigungen
zusammenhängt, da ja das Zentralnervensystem äusserst reich
an Lipiden ist, könnte dies heissen, dass wir vielleicht zusätzliche
Medikamente finden müssen, da diese spezifische Aktivität zur
Verhütung der Lipidoxidation aufweisen, um sie bei künftigen
Untersuchungen zusammen mit Idebenon einzusetzen. Wir befassen uns mit
diesem Konzept, haben aber noch kein Medikament eruiert. Antioxidanzien
sind ein komplexer Bereich. Einige Medikamente, die für Parkinson
getestet werden, könnten jedoch die gewünschte Wirkung besitzen.
Wir müssen daher ihren möglichen Nutzen zusammen mit Idebenon
bei FA untersuchen.
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