Aufsatz, geschrieben von Jérémy Cuany (14 Jahre):


Sarah Zollinger



In ihrem Stuhl, vor dem Computer sitzend, klimpert sie mit ihren schlanken und zarten Fingern auf der Tastatur. Eine ihrer Locken fällt vor das Glas, das ihren blaugrünen Augen als Lupe dient. Durchsichtig sind sie, und geheimnisvoll, wie Saphire oder Smaragde. Die Strähne streicht sie wieder zurück und fährt mit ihrer Arbeit fort. Wenn man sie so sitzen sieht, ahnt man kaum, dass sie eigentlich so groß ist wie du und ich.

Im Spiegel des Fensters, durch dessen Helligkeit das ihr Zimmer beleuchtet wird, erahnt man das Bild ihres Gesichts. Selbst wenn ihre Lippen nicht den Eindruck von Befriedigung vermitteln, besagen ihre Augen doch das Gegenteil. Sie formen, zusammen mit der vollkommen falten- und sorgenfreien Stirn, ein engelhaft ruhiges Gesicht. Nichts ist perfekt: dem Ausdruck fehlt etwas Energie.

Plötzlich, wie durch einen Zauber, steht sie auf. Sie bewegt sich, so gut es geht, aufs Bett zu, nicht ohne Mühe. Sie legt sich hin, und schließt langsam die Augen. Und dann, ein Lächeln.

Was auch immer eingewendet werden kann, sie ist ein mutiges Mädchen, viel mutiger als wir alle. Trotz ihrer Behinderung glaubt sie an ihre Zukunft. Vielleicht sind „sie“ deshalb neidisch. Auch „sie“ möchten ohne Ängste und Sorgen an ihre Zukunft denken können. Selbst wenn das seltsam klingt: für sie stellt das kein Problem dar, denn sie ist mutig, beharrlich und darauf bedacht, ihren Willen zu bestätigen.

Sie schenkt dir nicht gleich ihr Vertrauen. Doch wenn man sich nur die Zeit nähme, ihr zuzuhören! Sie wäre eine sehr gute Freundin...


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